Chickenshit

121 x 133cm | Öl auf Leinen | 2016

Die Modelle zu den in diesem Werk dargestellten Hühnern stammen aus einem Souvenirladen in Disney Land Paris. Ein fester Griff um den Leib eines gelben, weichen Gummihuhns, und ein glibberiges Ei poppt unten heraus. Lockert man den Griff, so zieht sich das Ei blitzschnell wieder zurück. Die Hühner sind so dehnbar, dass man sie verknoten könnte. Sie erinnern an uns Menschen: Wenn wir es allzu bequem haben, es nicht mehr gewohnt sind, um unsere Rechte zu kämpfen, dann hören wir auf kritisch zu sein, werden träge, gedankenfaul oder verbiegen uns gar zu regelrechten Feiglingen. Verständlich, denn jeder Kampf bedeutet auch immer möglichen Verlust - und sei es, neben Gesundheit, Hab und Gut, „nur“ den von Harmonie und Frieden.

"Chickenshit" bedeutet „Feigling“ auf Englisch und ist ein Begriff, den bereits Kinder gerne benutzen, wenn sie einander unter Druck setzen wollen, um z.B. andere zu waghalsigen Taten zu „ermutigen“.

Auch meine Interpretation von „Chickenshit“ soll ermutigen: zum Mut „NEIN!“ zu sagen! Denn Gruppenzwang ist und bleibt auch heute noch verantwortlich für viel Leid und Unrecht.

„JA“ ist oft leicht dahin- und schnellgesagt, und sichert einem seinen Platz innerhalb der ersehnten Herde. Mit „NEIN“ hingegen, steht man blitzschnell als schwarzes Schaf am Pranger und am Rande ganz alleine da, schafft sich oftmals sogar Feinde, oder begibt sich in Gefahr. Die Geschichte zeigt jedoch, dass es auch genügend, anfangs meist unsichtbare Fürsprecher und Bewunderer gibt, die typischerweise erst als Teil einer größeren Gruppe dazu bewegt werden können ebenso, wie die ersten Mutigen, ihr „NEIN!“ zu sagen.

Ich mag sie schwarzen Schafe und präsentiere hiermit: „Chickenshit!“ Vielleicht hilft‘s ja, und animiert den einen oder anderen zumindest zum persönlichen, längst fälligen „NEIN!“ in seinem Leben.


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